Apfelblüte Altes Land Teil 1

Alles begann im letzten Jahr. Stefans Schwester Ute züchtet Hovawarte und Fayene erwartete einen neuen Wurf, den G-Wurf. Am 01.10.2017 kamen zehn Welpen zur Welt, fünf Rüden und fünf Hündinnen. Jeder Welpe bekam einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben G. So auch einer der Rüden. Sein Name war Gandalf und Gandalf sollte noch eine Überraschung für uns bereit halten. 

Gandalf im Alter von sieben Monaten
Gandalf im Alter von sieben Monaten

Eines Tages erzählte Ute Ihrem Bruder, dass Gandalf eine neue Familie gefunden hat und diese wohnt im Alten Land an der Elbe. "Altes Land" dachte Stefan und sofort fielen Ihm die Kirsch- und Apfelbäume ein, die zu tausenden Ende April Anfang Mai im größten geschlossen Obstanbaugebiet blühen.

 

Hier nun ein kurzer Auschnitt vom Telefonspräch zwischen Ute und Stefan:

 

Stefan:    Du hast Gandalf verkauft?

Ute:         Ja, zu einer Familie ins Alte Land.

Stefan:   Das geht gar nicht.

Ute:         Wieso? Was hast Du dagegen?

Stefan:   Eine ganze Menge. Besonders der Ort, das Alte Land.

Ute:         Ich habe aber schon zugesagt.

Stefan:   Denk daran, ich bin Dein großer Bruder und das Familienoberhaupt. Ich lege mein Veto ein.

Ute:         Wie bekommen wir dann die Kuh vom Eis?

Stefan:   Es gibt eine Bedingung

                 Gandalf darf nur ins Alte Land verkauft werden, wenn der neue Besitzer uns Parkraum für 15 Autos mit Trailer

                 zur Verfügung stellt und dass Anfang Mai zur Apfelblüte.

Ute:         Okay. Ich werde mein Möglichstes tun.

 

Es folgte ein langes Gespräche zwischen Gandalfs neuer Familie und Ute. "Wir haben keine Möglichkeit, aber unser Nachbar, einige Häuser weiter hat sogar drei Porsche Traktoren, den frage ich", sagte der neue Besitzer. Zwei Tage später erhielt Stefan die Telefonnummer dieses Nachbarn. Wieder wurde das Telefon bemüht. Der Nachbar hatte natürlich auch einen Namen, Hans. Innerhalb von nur fünf Minuten wurden sich Hans und Stefan einig. Am sechsten Mai sollte eine Ausfahrt statt finden. Fünfzehn Autos mit Trailer konnten untergebracht werden. Dies wäre ein toller Start in unsere erste Saison.

 

Hans und Stefan wollten die Tour gemeinsam ausarbeiten. Leider erkrankte Stefan schwer und die Tour stand auf Messers Schneide. Natürlich wollten wir Hans mit der Orgarnisation nicht alleine lassen. Ohne zu fragen, wie aufwendig dies ist und wieviel Zeit man investieren muss, übernahmen Judith und Lars Stefans Part. Genau so verstehen wir unseren Verein. Wenn einer ausfällt, stehen andere ungefragt auf und übernehmen die Aufgaben. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals herzlich bei Judith und Lars bedanken.

Am Sonntag, den 22. April trafen sich Judith, Lars und Hans um die geplante Strecke abzufahren und um das Cafe und das Restaurant festzulegen und mit den Wirten alles zu besprechen.

                  Blühende Kirschbäume                                     Intensive Besprechung zu Dritt                                          Blühende Apfelbäume

Der sechste Mai rückte immer näher. Jeden Tag wurde der Wetterbericht verfolgt und das Blütenbarometer im Internet aufgerufen. Die Apfelbäume stehen nur wenige Tage in Vollblüte, alles ist Abhängig von der Temperatur und dem Sonnenschein. Zu warme Tage vor dem sechsten Mai und die herrlichen Apfelblüten wären längst zu Boden gefallen. Petrus aber hatte seine Hand schützend über das Alte Land gehalten. Langsam kletterte das Blütenbarometer von "Aufbruch" bis zur "Vollblüte". Die Wettervorhersage sagte für Sonntag bestes Sommerwetter voraus. Alle Rotnasen wurden geputzt und blank poliert.

 

Unsere erste Ausfahrt unter der Flagge der "ALLGAIER PORSCHE FREUNDE"  sollte ein unvergesslicher Tag werden.

Bereits am Freitag fuhr unser Verkehrleitteam ins Alte Land. Leider waren sämtliche Wohnmobilparkplätze belegt. Für eine Nacht durften Sie auf dem Parkplatz gegenüber dem Restaurant "Kirschenland" stehen. Am Samstagmorgen fuhren Yvonne und Andreas mit Ihrem Motorroller zum Hof von Hans. Dort trafen Sie die Frau von Hans an, Margret. Sie fragten Margret nach einem Stellplatz für Ihr Wohnmobil und sofort bot Margret einen Platz auf Ihrem Hof an und als Hans eintraf, gab es sogar noch Strom.

 

Yvonne und Andreas wollten die Route vorab abfahren, um zu sehen an welchen Punkten Sie den Verkehr leiten mussten. Hans übergab Ihnen den Wegeplan und schon rollerten beide los.

                                       Yvonne                                                                            Andreas                                              Super Stellplatz auf dem Hof

Endlich, das lange Warten hatte ein Ende. Der Sonntag begrüsste uns schon morgens mit blauen Himmel. Damit keiner den Hof von Margret und Hans verfehlen konnte, wurde als erstes unser Empfangswimpel aufgestellt. Danach ging es Schlag auf Schlag. Die Gespanne steuerten ihren Parkplatz an. Die Traktoren wurden abgeladen und da nur wenig Parkraum zur Verfügung stand, wurden die Auffahrrampen hochgeschoben und die Gespanne fuhren dicht auf dicht. Dies bedeutete, dass am Abend nur mit viel Disziplin wieder verladen werden konnte.

Nach dem Abladen ging es mit den Traktoren zum Aufstellplatz auf Hans seinem Hof.

Auf dem Hof stand alles bereit. Kaffee und Tee von Margret, Softdrinks von Judith und Lars. Brötchen vom Bäcker um die Ecke. Diese belegten Ute und Sabine mit Käse, Zwiebelmett und Salami, damit die Angereisten sich vor der langen Tour nochmals stärken konnten. Hier auch ein großer Dank an Ute und Sabine. Beide sind zusammen mit Stefan aus Reinfeld angereist, um Erstens uns mit Frühstück zu versorgen und Zweitens Gandalf zu besuchen.

Unsere neuen Plaketten durften natürlich nicht fehlen. Alle in Handarbeit von Stefan angefertigt.

Nachdem sich alle gestärkt hatten, ergriff Stefan, der erste Vorsitzende das Wort. Er rief alle zusammen, denn es gab noch einige Ehrungen.

 

1.) Übergabe der Mitgliedsurkunde an Markus. Er ist hiermit das 31 Mitglied.

2.) Übergabe eines kleinen Präsentes an Monika und Bernd für die längste Anreise

3.) Übergabe der Ehrenurkunde und eines Präsentkorbes an Hans für die Organisation der Ausfahrt

4.) Übergabe der Ehrenurkunde und eines Präsentkorbes an Judith und Lars für die Organisation der Ausfahrt

                  Übergabe der Mitgliedsurkunde an Markus                                  Hier strahlen die Sieger Monika und Bernd für die längste Anreise

Übergabe des Präsentkorbes an Margret und Hans                                                                           Übergabe des Präsentkorbes an Judith und Lars


Christine, die Tochter von Hans hatte für alle Buttons angefertigt, sogar unser Vereinslogo war mit drauf. Quadratische Buttons haben wir noch nie bekommen, also eine Premiere. Marie, Enkeltochter von Hans, hat jedem Teilnehmer einen dieser schönen Anstecker überreicht. Wie man sieht, alles fest in Familen Hand.


Zum Abschluss der Ehrungen gab es dann noch ein großes Gruppenfoto.

Langsam drängelte die Zeit. Wir wollten ja pünktlich um 9:30 Uhr mit der Ausfahrt starten. Allerdings gab es noch ein paar eindringliche Worte von Hans und Stefan. Wie immer ging es um die Disziplin. Jeder sollte auf seinen Vordermann und seinen Nachfolger achten. Überholen war verboten. Vorweg sollte Hans fahren und den Lumpensammler spielte diesesmal Wolfgang mit seinem PORSCHE DIESEL P144. Langsam kam die Kolonne in Fahrt und verließ den Hof von Hans.

Gemächlich verließen wir Grünendeich und fuhren Richtung Elbdeich. Schon kamen auf der linken Seite die ersten Obstbaumreihen in Sicht. Die Apfelbäume standen in Vollblüte und ihr weiß überstrahlte alles. Mitten in der Elbe lag die Insel Lühesand. Sie ist 124 Hektar groß und nur mit dem Schiff zu erreichen. Schon von weiten konnte man die beiden mächtigen Freileitungsmasten sehen. Sie sind 189 bzw. 227 m hoch. Es sind die höchsten Freileitungsmasten Europas und gewähren in der tiefsten Stelle der durchhängenden Leitungen über die Elbe noch die geforderte Durchfahrtshöhe von 75 m.

 © Ra Boe / Wikipedia
© Ra Boe / Wikipedia

Immer an der Elbe entlang durchfuhren wir das Dorf Twielenfleth. Alte und neue Häuser wechselten sich ab. Neben den historischen Altenländer Fachwerkhäusern gab es es neue, die den Stil der alten Häuser aufgegriffen haben. Nur wenige Autos begegneten uns, da in Jork das Altenländer Blütenfest gefeiert wurde. Bevor wir das Kernkraftwerk Stade erreichten, drehten wir links ab und folgten der Bassenflether Chaussee Richtung Speersort. Kurz vor der L111 bogen wir auf einen kleinen Nebenweg ab. Dieser war nur für Fahrradfahrer und landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben, also genau richtig für uns. Apropos Fahrradfahrer, diese kamen uns ständig entgegen oder überholten uns. Rund 800 Radrennfahrer nahmen an der Radtourenfahrt "Has und Igel" teil.

Nun standen die Apfelbäume in dichten Reihen links und rechts der kleinen Strasse. Ein herrlicher Anblick. Blauer Himmel, 22°C und die Tausenden, Hunderttausenden, nein Millionen von Blüten. Wir hatten einen Glücksgriff getan. So etwas kann man nur alle Jubeljahre erleben. Die Köpfe gingen stehts hin und her. Man konnte sich nicht satt sehen an diesem Naturschauspiel.

In Guderhandviertel nahmen wir einen weiteren Wirtschaftsweg bis Neuenkirchen. Nun folgten wir einem kleinen Flüsschen, der Lühe wieder zurück nach Guderhandviertel. In Mittelnkirchen machte sich der Hunger langsam bemerkbar, aber unser Ziel war nicht mehr allzu fern. Im Fährhaus Kirschenland wurden wir bereits erwartet.

 

Auf einem großen Parkplatz, gegenüber dem Restaurant,nahmen wir in Viererreihen Aufstellung. Man konnte mit bloßen Augen den vielen Blütenstaub auf den roten Motorhauben und den Kotflügeln sehen. Der Blütenstaub lag in einer so hohen Schicht auf dem Lack, dass man fast seinen Namen auf die Motorhaube schreiben konnte.

Vor dem Restaurant hatte Herr Spaqaj Apfelsekt als Willkommensgruss bereit gestellt. Eine sehr nette Geste. Mit viel Genuss wurden die Gläser geleert. Wir waren einige Minuten zu früh, das Mittagessen war noch nicht ganz fertig. Die Zeit wurde sofort zum Fachsimpeln und zum Erfahrungsaustausch genutzt. Überall hörte man: "Was für ein toller Wetter", "Was für eine tolle Gegend", "Unglaublich, diese vielen Apfelbäume", "Und alles in Blüte". Bisher eine super Tour.

Was gehört neben guten Wetter, einer schönen Gegend, netten Kameraden und Freunde noch zu einer gelungenen Veranstaltung? Na klar, das Essen. Und hier hatte sich das Kirschenland-Team selbst übertroffen. Die lange Tafel war feierlich geschmückt und es standen Menükarten auf dem Tisch. Ein kleines Manko gab es allerdings, wir waren 40 Personen und angemeldet hatten wir leider nur 36. Vier Kollegen standen nun dumm herum und fanden keinen Platz. Da kennt man uns allerdings schlecht. Kurzerhand wurden zwei Beistelltische zusammen- gerückt, vier Stühle herangeholt und fertig war der Präsidententisch. Ein großer Vorteil hatte dieser separate Tisch im Nebenzimmer, die vier "Herrschaften" wurden immer als erste bedient.


Wir müssen dem Geschäftsführer, Herrn Ilir Spaqaj und seine Angestellten sehr loben. Das Essen war hervorragend, der Service sehr aufmerksam und alle waren sehr bemüht uns sämtliche Wünsche zu erfüllen. Eine Bitte hatte Herr Spaqaj noch zum Schluss, wir sollten unsere Traktoren direkt vor dem Restaurant aufstellen, damit noch einige Fotos gemacht werden können. Sehr gerne haben wir diese Bitte erfüllt. Nachdem unsere Schülerlotsen kurzerhand die Strasse gesperrt hatten, fuhren alle vor das Gebäude. Ein imposanter Anblick.

Nochmals vielen Dank Herr Spaqaj

Auf der Karte seht Ihr unsere Route vom Start bis zum Restaurant "Fährhaus Kirschenland". Bis dahin sind wir ca. 61 km gefahren.

Weiter gehts im zweiten Teil des Berichtes "Apfelblüte Altes Land Teil 2"

 

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Letzte Änderung: 14.05.2018